Rekobericht E-Bike Singletrail-Tour in Norwegen2026-08-07T17:13:47+02:00

Unser Guide Michi Theiler in den Lyngenalpen

Was braucht es nicht alles im Vorfeld, damit eine Singletrailtour bei unseren Gästen ein riesiges Grinsen ins Gesicht zaubert. Neben der Suche nach den perfekten Trails gilt es, passende Unterkünfte für jede Etappe zu finden und die gesamte Route auf Gruppentauglichkeit zu prüfen. Das Ziel: möglichst wenig schieben, möglichst viel fahren. Bergauf wie bergab. Welche Trails bieten Fahrspass für unsere Gäste? Welche Aufstiege lohnen sich wirklich? Und welche Routen schaffen es am Ende ins Programm?

Eine Trailtour entsteht nicht am Schreibtisch, diese entdeckt man vor Ort im Gelände. Wege suchen, Aufstiege testen, Karten und GPS-Tracks vergleichen und unzählige Kilometer auf dem Bike zurücklegen.

Doch zwischen der Idee und der fertigen Tour liegen viele Herausforderungen. Nicht jeder vermeintliche Trail ist tatsächlich fahrbar, sumpfige Passagen kosten Zeit und Nerven, Wetterumschwünge verlangen spontane Anpassungen. Dazu kommen lästige Begleiter wie Fliegen und Bremsen, die selbst die schönsten Anstiege zur Geduldsprobe machen können. Auch die Mietbikes sorgen unterwegs nicht immer für sorgenfreie Tage und verlangen manchmal kreative Lösungen.

Hier folgt der Bericht von der Rekotour unseres Guides Michi Theiler aus den Lyngenalpen. Eine Woche voller Entdeckungen, Überraschungen, Herausforderungen und fantastischer Singletrails im hohen Norden Norwegens auf dem E-Bike. Buchbar ab 2027.

Reko Norwegen Michi Theiler 2026
auf der Suche nach Singletrails!

Tag 1 – Anreise

Die Anreise nach Tromsø verlief problemlos. Mit dem Van ging es weiter in die Innenstadt von Tromsø zum Radisson Blue Hotel. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit dem gemieteten E-Bike hatte ich eigentlich, was ich von Anfang an wollte: ein E-Bike mit zwei Akkus und ein Ladegerät. Weiter ging es zum Supermarkt, um mich mit Lebensmitteln für die nächsten Tage einzudecken, anschliessend zur Fähre Breivikeidet – Svensby.

Erste Erkundungstour rund um Svensby

In Svensby angekommen ging es auf die erste Tour, rund 9 km und 200 Hm. Der Anfang des Aufstiegs war noch gemächlich und flach durch typisch norwegischen, leichten Wald. Nach wenigen hundert Metern wurde es zunehmend steiniger, der Weg wurde zu einem Pfad, der kaum noch erkennbar war; es waren lediglich Markierungen, die einem die Richtung zeigten. Ausserdem musste man die Augen offenhalten, um die bestmögliche Linie zu wählen. Ebenfalls mit dem E-Bike nicht ganz einfach. Die letzten Meter mussten zu Fuss zurückgelegt werden und das E-Bike wurde deponiert, da die Steinbrocken so gross wurden, dass ein Weiterfahren nicht mehr möglich war. Den See konnte ich nur bedingt geniessen, denn es war sehr bedeckt; der See war zwar sichtbar, nicht aber die umliegende Bergkulisse, die das Bild abgerundet hätte. Nun gut – ich bin ja nicht wegen der Aussicht hier, ich will wissen, was die Abfahrt so bringt. Ich merkte schnell, dass es zu wenig steil ist und ähnlich anstrengend wird wie der Aufstieg. Weiter unten wurde es besser, und ich hatte zum Schluss einen richtig guten Trail unter den Rädern. Weiter ging es mit dem Auto zu meiner Unterkunft, der Magic Mountain Lodge.

Reko Norwegen Michi Theiler 2026
Bergseen und Gletscher

Tag 2 – Lyngen Trailcenter und Rullbu-Hütte

Lyngen Trailcenter – Obere Sektionen

Am nächsten Morgen startete ich zur ersten Tour: Es galt, die oberen Sektionen des Lyngen Trailcenters zu erkunden. Bisher waren wir immer nur im unteren Teil des Trailcenters gewesen, da die Aufstiege sehr steil und anstrengend sind und wir uns deshalb auf diesen Teil beschränkt hatten. Mit den E-Bikes war der Aufstieg nun jedoch viel leichter, und es ist problemlos möglich auch die oberen Trails zu erreichen. Ich versuchte eine Variante, die mich zu den Sherpa Stairs brachte, um das Hochplateau zu erreichen. Diese Variante möchte ich den Gästen nicht zumuten, aber es gibt noch eine andere Möglichkeit. Der Trail vom Plateau hinunter war schwer zu finden, aber sonst ist er gut fahrbar. Im unteren Teil kommt man auf einen gebauten Flowtrail, der schön zu fahren ist. Bei der oberen Traverse entschied ich mich, direkt die Traverse zu nutzen und den Flowtrail nicht bis zum Ende zu fahren, da ich diesen bereits kannte. Ich wollte nun die Auffahrt zum See fahren, um so fahrend auf das obere Plateau zu gelangen. Der Weg wird immer steiler, so dass ich sogar mit dem E-Bike Mühe hatte, ihn fahrend zu bewältigen. Ich musste mir eine Technik aneignen, um diese extreme Steilheit bewältigen zu können – auch mit dem E-Bike anstrengend.

Natur-pur und einmalige Ausblicke

Oben angekommen entschädigt jedoch der Anblick des Sees und der umliegenden Berge mit Gletschern. Perfekt für ein Mittags-Picknick. Um dieses Hochplateau zu durchqueren, gibt es auf der Karte einen Weg, doch in der Realität ist dieser Weg nach wenigen Metern nicht mehr zu finden! Das Gelände ist jedoch auch ohne Weg gut befahrbar, und am Ende kommt man wieder zu einem Trail, der mich zum Aussichtspunkt über den Sherpatreppen brachte. Hier oben gibt es nichts ausser Natur und einen fantastischen Ausblick über den Lyngenfjord und die umliegenden Berge. Da ich die Variante zurück ins Trailcenter bereits kannte, wollte ich eine weitere Variante ausprobieren, die über einen Wanderweg zurück Lodge führte. Der Wanderweg war spassig zu fahren, nicht allzu schwierig, trotz Nässe, und der Trail spuckte mich direkt bei der Lodge wieder aus. Eine gelungene Reko – davon kann ich einiges für die Touren verwenden.

Rullbu-Hütte – Geheimtipp von Andrew

Zurück bei der MML traf ich Andrew, der hier die Trails im Trailcenter baut und sich auch sonst sehr gut auskennt. Während eines langen Gesprächs verriet er mir einen Geheimtipp und machte mir die Tour zur Rullebu schmackhaft. Mit ein paar Teilstücken von GPX-Dateien und ein paar Textnachrichten mit der Wegbeschreibung machte ich mich sogleich auf den Weg, diese Tour zu erkunden. Neuen Akku beim E-Bike eingelegt und ab auf diese Tour nach einem stärkeren Wolkenbruch.

Aufstieg – Wo ist der Weg? – der Kampf mit den Fliegen

Der erste Teil des Aufstiegs ist sehr gut fahrbar – eine angenehme Steigung auf einem breiten Schotterweg. Im zweiten Teil wird es etwas wilder, der Weg ist nicht immer gut erkennbar. Ich machte jedoch den Fehler, einer falschen Spur eines 4×4-Quads zu folgen, die mich in ziemlich sumpfiges Gebiet brachte. Wieder auf dem richtigen Weg, konnte ich die Fahrt zur Hütte fortsetzen, aber auch hier verschwand der Weg immer wieder. Ich wusste, wo ich hin musste, und fuhr zum Teil querfeldein bis zur Hütte. Sie liegt an einem schönen See, was auch die 1000 Fliegen und Bremsen zu schätzen wussten, die mich begleiteten. Dies ist jedoch noch nicht der höchste Punkt der Tour; nun geht es hoch zum «Gipfel». Hier hatte mich Andrew schon vorgewarnt, dass es keinen sichtbaren Weg gibt – ich solle mir den Weg selbst suchen, meinte er. Mit dem Ziel vor Augen machte ich mich auf die Suche nach dem bequemsten Weg. Der Untergrund war mit vielen Felsplatten übersät, die gut befahren werden konnten, und so arbeitete ich mich immer weiter nach oben, bis zum höchsten Punkt und genoss die wunderschöne Aussicht. Von kann man praktisch den gesamten Lyngenfjord überblicken; auf der anderen Seite des Fjords ist Skibotn erkennbar, dass ebenfalls noch Ziel dieser Reise sein wird.

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Der Kampf mit den Fliegen

Abfahrt – der erste auf dieser Route im hiesigen Jahr!

Nun ging es an die Abfahrt, auch hier war der Weg nicht immer eindeutig, zum Teil musste ich ihn mit meinem GPS-Gerät und den Textnachrichten von Andrew suchen. Das zeigte mir, dass hier kaum jemand hinunterfährt; Andrew meinte auch, ich sei wohl der Erste in diesem Jahr! Hat man den Trail erst einmal gefunden, ist er sehr abwechslungsreich und schön zu fahren – wenige technische Abschnitte und meistens flüssig. Lange Zeit fährt man parallel zu einem wilden Bergbach. Weiter unten hat sich der Bach in eine Höhle gefressen, die rund 200 m lang ist und in die man hineinklettern kann, eine sehr imposante Stelle. Danach schlängelt sich der Trail weiter nach unten zurück zum Fjord. Eine eindrückliche Tour, die in Erinnerung bleibt, die kommt auf jeden Fall ins Programm.

Akkus laden – nicht immer einfach!

Ein gelungener Tag – beide Akkus waren gut gebraucht mit noch je ca. 20–30 % Ladung. Ich versuchte erneut, die Akkus im Van zu laden, hatte aber keinen Erfolg. Ich fand heraus, dass der Konverter leider nicht geeignet war, um die Akkus zu laden. Das bedeutet, ich kann nicht frei irgendwo stehen und muss immer auf einen Campingplatz oder in eine Unterkunft. So fuhr ich zurück zur MML, wo ich eine weitere Nacht schlief und die Akkus aufladen konnte.

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Lyngenfjord

Tag 3 – Svensby, Gjøvardan und Storslett

Einroll-Tour zum Fiskevatnet-See

Am nächsten Morgen wollte ich nochmals versuchen, eine einfache Einroll-Tour zu finden, die auf dem Weg von Tromsø nach Lyngseidet liegt. So machte ich mich auf Richtung Svensby, um dort eine Tour zu erkunden, von der mir Patrick erzählt hatte. Die Tour führt zum Fiskevatnet-See, wo es auch eine Hütte gibt. Der Aufstieg verläuft lange auf einer Schotterstrasse, wechselt dann zu einem einfachen Singletrail, bis man schliesslich zur Hütte kommt. Auch hier sind die Fliegen zahlreich, aber mit einem kurzen Besuch in der Hütte sind sie zumindest für einen Moment vertrieben. Die Abfahrt führt über einen Trail an mehreren Sümpfen vorbei, rauf und runter, mit ersten technisch anspruchsvolleren Abschnitten, anschliessend eine schöne Abfahrt zum Fjord. Rund 10 km und 250 Hm, die zeigen, was in den nächsten Tagen noch so kommt. Die Tour gibt mir einen Eindruck über die Gäste, damit ich die nächsten Tage an deren Bedürfnisse und Können anpassen kann. Auch die Bikes können so unterwegs noch eingestellt und optimiert werden.

Alternativer Aufstieg in Gjøvardan

Nun ging es weiter mit der Fähre von Lyngseidet nach Olderdalen und zum Start der Tour Gjøvardan. Diese kenne ich eigentlich schon von der Bio Bike Tour, aber ich wollte hier noch einen alternativen Aufstieg testen, der mir auf der Karte fahrbar erschien. Der Bio Bike-Aufstieg ist nicht einfach zu bewältigen, da er steil und in unwegsamem Gelände ist. Der alternative Aufstieg verlief ausserordentlich gut, und ich versuchte auch, den Rest des Aufstiegs möglichst fahrend zu absolvieren. Ungefähr 15 – 20 % der Strecke konnte ich nicht fahren, aber der Rest ging ziemlich gut. Die Aussicht oben ist fantastisch, auch hier kann man die Fjorde und die umliegenden Berge bestaunen. Hier eignet sich besonders eine Mitternachtstour, weil man hier auf das offene Meer blicken kann. Die Abfahrt ist eine der besten und sehr flowig mit nur wenigen technischen Schlüsselstellen in der Mitte und am Ende. Diese Tour kommt ebenfalls ins Programm – am liebsten als Mitternachtstour, wenn es das Wetter zulässt.

Tour zum Baiskit-Varden und Lundefjell-Trail

Der Tag war noch nicht zu Ende – ich hatte ja noch einen vollen Akku. Nun ging es nach Storslett, wo ich die Tour zum Baiskit-Varden (366 m ü. M.) rekognoszieren wollte. Der Aufstieg war anstrengend, aber vieles war fahrbar und nur etwa 20 % musste ich das Bike schieben, was dank der Schiebehilfe recht gut ging. Oben angekommen, genoss ich zunächst die Aussicht und bemerkte dann, dass es eine Möglichkeit gibt, noch weiter aufzusteigen auf den Lundefjell (550 m ü. M.) – und diese Abfahrt gleich mit zu testen. Der Aufstieg dorthin war ebenfalls etwas wild, teils auf einem Weg, der dann wieder verschwand, aber grundsätzlich gut machbar, bis man zum Lundefjell-Trail kommt, dem ich dann bis zum höchsten Punkt folgte. Oben war es sehr windig, so sehr, dass es mich fast vom Bike geblasen hätte. Der Vorteil war, dass deshalb auch keine Fliegen oder Bremsen dort oben waren. Leider konnte ich dies nicht besonders geniessen, da der starke Wind mich zwang, schnell in die lange und coole Abfahrt zu starten, die ich dann sehr genoss: abwechslungsreich mit 2–3 schwierigen Schlüsselstellen. Ich würde diese Tour genauso ins Programm nehmen – das wird den Gästen super gefallen, 13 km, 700 Hm.

Erholen auf dem Campingplatz

Unten angekommen waren nicht nur beide E-Bike-Akkus fast leer, auch ich spürte eine Müdigkeit kombiniert mit Hunger. Ich musste einen Schlafplatz finden und entdeckte einen schönen kleinen Campingplatz bei einem Bauernhof im Reisa-Tal, wo ich die E-Bike-Akkus und auch meine Bordbatterien wieder aufladen konnte.

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Abend- und Mitternachtstouren möglich

Tag 4 – Erkundung Reisa-Nationalpark

Anfahrt mit dem Van

Am nächsten Tag ging es weiter hinten ins Tal: Es stand die Erkundung des Reisa-Nationalparks an, die mir Nils Torén empfohlen hatte. Er selbst ist kein Biker, aber dennoch sehr sportlich unterwegs für sein Alter. Meine Hoffnung war es, auf der Strasse, die sich aus dem Tal schlängelt, möglichst lange mit dem Van hochzufahren, um so möglichst viele Höhenmeter zu sparen, denn die geplante Tour war sehr lang – ich musste nach dem Erreichen des Reisa-Parks ja auch wieder zurückfahren. Das gelang zum Glück, und ich konnte den 4×4-Van recht weit den Berg hochquälen, bis es die ausgewaschene Schotterstrasse nicht mehr zuliess. Dort startete meine Tour.

Nasse Füsse – durch Sümpfe und Bäche

Der Anfang war gemütlich; über die Schotterstrasse ging es weiter nach oben. Es musste ein grösserer Bach überquert werden – mir war klar, dass das andere Ufer nicht mit trockenen Füssen zu erreichen war. Die Temperaturen waren eher kühl, ca. 5 Grad, und ich wollte nicht schon am Anfang nasse Füsse haben; ich suchte daher nach Alternativen, die es leider nicht gab, sodass ich gezwungen war, in den sauren Apfel zu beissen. Weiter ging die Fahrt mit nassen Füssen. Als der Weg flacher wurde, erreichte ich ein kleines Sami-Dorf mit Gehegen, wo wohl im Winter die Rentiere gehalten werden. Ab diesem kleinen Dorf – oder besser gesagt ein paar unbewohnten Hütten, wurde der Weg zunehmend schlechter und glich eher einem Sumpf oder Bach als einem Weg. Somit konnten auch meine Schuhe nicht trocknen und wurden immer wieder mit kaltem Wasser durchtränkt. Ich folgte diesem Weg noch ca. 2 km und entschied mich dann umzukehren. Der Weg war nicht wirklich attraktiv, und ich sah keinen Mehrwert darin, diese Tour so mit den Gästen zu fahren. Ausserdem wollte ich nicht krank werden, denn ich hatte noch nicht einmal ein Drittel der Gesamttour hinter mir, und es begann zu regnen. Zurück beim Van, völlig durchnässt und leicht unterkühlt, wärmte ich mich erst etwas auf und brauchte dann etwas «Richtiges» zu essen im Bios Café in Storslett. Diese Tour könnte für eine pedalierfreudige Gruppe und bei wärmeren und trockeneren Bedingungen funktionieren und ich behalte sie im Hinterkopf.

Atemberaubende Aussicht Bollermannsweg – Skibotn

Mit neu getankter Energie ging es weiter Richtung Skibotn, wo ich den Bollermannsweg fahren wollte. Dieser wurde mir von Selina empfohlen. Ich parkte also am Start der Tour, legte einen vollen Akku ein und nahm den Aufstieg unter die Räder. Auch hier war nicht alles fahrbar; ca. 20 % musste ich schieben, aber ich kam am höchsten Punkt an. Die Aussicht ist atemberaubend. Ich wollte die schwierigere Abfahrt auf der anderen Seite des Aufstiegs austesten; man könnte dort auch den einfacheren Aufstieg wieder hinunterfahren, aber bei einem Reko will man ja alles austesten. So folgte ich dem Weg Richtung Skibotn – am Anfang sehr fliessend mit super Fotospots, später im Birkenwald zunehmend technischer und steiler. Bei trockenen Bedingungen sicher besser zu fahren; ich musste 2–3 Mal absteigen. Unten angekommen entdeckte ich noch eine kleine Zusatzschleife mit einfachem Aufstieg und sehr schnellem, fliessendem Trail, die ich ebenfalls noch eingebaut habe. Zurück an der Hauptstrasse musste ich noch zum Van zurückpedalieren, aber das war kein Problem, denn die Freude über den gefahrenen Trail war gross. Auch diese Tour kommt ins Programm, auch hier könnte es eine Mitternachtstour sein.

Suche nach Übernachtungsplatz

Beim Van angekommen startete ich die Suche nach einem weiteren Übernachtungsplatz mit Strom und wurde an einem schönen Campingplatz direkt am Fjord fündig. Nun galt es, Akkus zu laden und die nächsten Tage zu planen.

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durch Sümpfe und Bäche

Tag 5 – Pältsan und Nordjoksbotn

Pältsan – Tour nach Schweden

Am nächsten Tag stand die Tour vorbei am Pältsan auf dem Programm. Diese führt nach Schweden und kann beliebig lang gefahren werden. Mein Ziel war es, sicher bis zur Grenze und den Hütten zu fahren. Der Aufstieg war anfangs sehr gemütlich über eine Schotterstrasse, die später immer mehr anstieg und auch immer weniger schön wurde – mehr Geröll, teils sumpfig und uneben. Oben gibt es eine Art Plateau, wo der Weg wieder schöner wurde und ich gut vorwärtskam. Kurz vor der Grenze stieg es noch einmal an, und ich erreichte die Hütten mit schöner Aussicht auf den See auf der schwedischen Seite. Ab diesem Punkt kehrte ich um, da ich auch hier keinen Mehrwert für unsere Gäste sehe: Der Weg war zwar gut fahrbar, aber wir müssen denselben Weg zurück, der nicht sehr spannend zum Hinunterfahren ist. Somit würde ich diese Tour nicht ins Programm nehmen – höchstens für eine Gruppe, die nicht gerne Trails fährt (was hoffentlich nie passieren wird 😊).

Kurze Erkundungstour, die sich als Niete herausstellt

Zurück beim Van fuhr ich zum nächsten Trail, den ich erkunden wollte. Bei diesem war ich mir von Anfang an unsicher, ob er etwas taugen könnte, aber er wäre eine gute Kombination mit der Mannfjellaksla-Tour, die unmittelbar daneben liegt, so dass wir die Touren kombinieren könnten, ohne die Bikes auf einen Trailer laden zu müssen. Diese Tour stellte sich jedoch schnell als Niete heraus: Der Aufstieg war zu schwierig und zu sumpfig, so dass ich diese Übung schnell abbrach.

Storvatnet-See – Nordjoksbotn

Da ich aber noch eine andere Option hatte, die ich schon länger testen wollte, fuhr ich nach Nordjoksbotn, wo ich den Aufstieg zum Storvatnet-See in Angriff nahm. Auch hier ein schöner, breiter Schotterweg mit steilen Abschnitten nach oben, der mit höchster Konzentration und der richtigen Technik bewältigt werden konnte. Ich frage mich, welche Fahrzeuge hier hochfahren können? Beim See angekommen genoss ich die Aussicht und bereitete mich auf die Abfahrt vor. Am Anfang noch etwas auf und ab durch einen kleinen Sumpf, bis sich der Weg langsam in eine Abfahrt verwandelte.

Zusätzliche Option zum Austesten – es hat sich gelohnt!

Auf einmal sah ich einen Abzweiger auf der linken Seite, der einen anderen Hügel hinaufführte. Kurz auf der Karte und den Akkustand gecheckt – und ich machte mich auf, auch diesen Weg abzufahren. Man weiss ja nie, was einen erwartet, und umkehren kann ich jederzeit doch umkehren kam nicht in Frage: Ich kämpfte mich hoch, teils fahrend, teils schiebend, bis zu einer kleinen Fläche mit schöner Aussicht. Ich dachte schon, das war ja einfach, checkte aber nochmals die Karte und bemerkte, dass das noch nicht alles war: Der Weg führte noch weiter hinauf auf einen steinigen Bergrücken. Da ich immer noch etwa die Hälfte meines Akkus hatte, beschloss ich, auch diesen Berg zu probieren. Die Wegführung wurde sehr spektakulär – sie führte einfach geradeaus hinauf über sehr steiles, steiniges Gelände. Das konnte ich nicht fahren, aber ich wuchtete mich im Zickzack den Berg hoch und war schliesslich ganz oben. Es hat sich gelohnt – die Aussicht war super. Auch die Abfahrt war abenteuerlich: Ich folgte den roten Markierungen, die geradewegs den Bergrücken hinunterführten; der untere Teil war dann wieder etwas flacher und flowiger und führte mich zurück nach Nordjoksbotn.

Überlegungen beim Rekognoszieren

Auch diese Tour möchte ich ins Programm aufnehmen, bin mir aber nicht sicher, ob wir dann bis ganz nach oben fahren. Je nach Gästen werde ich das vor Ort entscheiden, aber mit einer motivierten Truppe ist das durchaus zu schaffen. 10 km, 950 Hm. Wieder beim Van galt es, die nächste Übernachtung zu suchen, die ich an einem kleinen See in der Nähe fand.

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Storvatnet-See

Tag 6 – Storsteinnes und Mestervik

2 Optionen

Für diesen Tag hatte ich zwei Optionen: Option eins – Fugltinden, der auch mit den Bio Bikes erkundet wird, ca. 1000 Hm mit schätzungsweise 30 % Schiebepassagen mit dem E-Bike. Option zwei: Ich hatte am Vorabend auf Trailforks noch zwei Touren entdeckt, die weniger Schiebepassagen aufweisen könnten. Also beschloss ich, das Unbekannte zu erforschen, und machte mich auf den Weg nach Storsteinnes, um dort die Tour (Option 2) auf den Balsakka zu rekognoszieren.

Erste Tour von Storsteinnes nach Balsakka

Der Aufstieg ist zu 90 % schöner Schotterweg; nur zum Schluss biegt man auf einen Trail ab, der zum höchsten Punkt führt. Von diesem Trail müssen vielleicht 10 – 20 m geschoben werden, der Rest ist fahrbar. Die Aussicht oben ist ganz in Ordnung für 420 m ü. M. Über einen Trail mit verschiedenen Abschnitten, teils etwas technischer, geht es wieder zurück. Die Tour hat rund 400 Hm und ist 11 km lang.

Zweite Tour von Mestervik nach Haugafjellet

Die zweite Tour, die ich an diesem Tag fahren wollte, lag nicht weit von der ersten entfernt und liegt auf dem Rückweg nach Tromsø. Die Tour kann in Mestervik gestartet werden. Von dort geht es einen Trail hoch bis zum Haugafjellet und denselben Weg wieder zurück. Im unteren Teil ist es sehr sumpfig; die feuchten Stellen können immer wieder auf Brettern überwunden werden, aber diese sind nicht immer vorhanden. Im oberen Teil gibt es dann auch ein paar sehr steile Stellen, die aufwärts nicht fahrend bewältigt werden können, also auch hier ca. 30 % Schiebepassagen. Die Abfahrt hingegen ist sehr cool, mit abwechslungsreichen Stellen – oben eher etwas steiniger und technischer, dann ein paar steilere Stellen. Gegen Ende wird es dann noch flowig und schnell, bevor der nasse, sumpfige Teil uns zum Ende der Tour bringt. Rund 10 km und 700 Hm. Man kann sie fahren, muss aber nicht. Hier würde ich den Fugltinden vorziehen: Das Verhältnis Schieben/Fahren ist in etwa gleich, aber die Abfahrt ist schöner und ohne Sumpfanteil. Diese beiden Routen können immer mal als Backup dienen.

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Bergseen und Gletscher

Tag 7 – Tromsø und Trails auf der Insel

Wieder zurück in Tromsø

Nach diesen beiden Touren gings nach Tromsø, wo ich den Campingplatz aufsuchte, der leider schon ausgebucht war. Ich beschloss, eine günstige Wohnung in der Nähe des Stadtzentrums für die letzten zwei Nächte zu mieten. Der Plan für den letzten Tag auf dem Bike bestand aus zwei Möglichkeiten: Erstens gibt es auf der Insel, auf der sich die Stadt Tromsø befindet, unzählige kleine Trails;  zweitens eine Tour über den Hausberg, der mit einer Gondel erklommen wird. Die Touren am Hausberg kenne ich schon einige, und so beschloss ich, mich auf die Touren auf der Insel zu konzentrieren. Unzählige Wege führen durch die Wälder oberhalb von Tromsø – viele sind unspektakulär, andere sehr interessant – und diese galt es herauszufiltern.

Abschlussrunde auf der Insel

Das bedeutete für mich: viele Wege abfahren und dann die besten zu einer Tour zusammenstellen. Das habe ich gemacht und bin von Trail zu Trail bis ans andere Ende der Insel und wieder zurückgefahren. Am Ende wusste ich, welche Aufstiege funktionieren und welche Trails Spass machen. Das ergibt eine super Abschlussrunde und gibt jedem Gast die Möglichkeit, auszusteigen und zum Hotel zurückzupedalieren, wenn er lieber zum Shoppen oder Sightseeing gehen möchte. Die Tour, die ich zusammengestellt habe, hat rund 28 km und 900 Hm. Zurück in der Unterkunft war mein Akku leer und auch meine Beine und mein Körper spürten die Erschöpfung. Ich beschloss, keine zweite Runde mehr am Hausberg anzuhängen, da die Route ebenfalls anstrengend und technisch gewesen wäre. Aus Sicherheitsgründen, denn ich hätte wohl die Energie nicht mehr gehabt, die Abfahrt sicher zu fahren, liess ich es gut sein, entspannte mich, brachte später das E-Bike zurück und belohnte mich mit feinem Sushi.

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einzigartige Landschaften unterwegs

Tag 8 – Abreise

Am nächsten Morgen packte ich meine Sachen, brachte den Camper zurück, begab mich zum Flughafen und flog zurück in die Schweiz – mit einem Temperaturunterschied von +20 Grad.

Die Mietbikes – Manchmal so eine Sache!

Ich habe oben bereits geschrieben, dass ich ein Bike schon am Anfang zurückgelassen habe, weil es sehr viel Spiel im Hinterbau aufwies. Generell sind es gute Bikes mit nicht sehr vielen Kilometern, aber das Problem ist, dass sie nie richtig gewartet wurden. Einmal pro Jahr ein grosser Service und nach jedem Gebrauch ein gründlicher Check sollte erwartet werden. Bei meinem Bike sind im Verlauf der Woche noch folgende Mängel aufgetaucht: Bei der Sattelstützenklemme war die Schraube rundgedreht; in der MML konnten sie mir eine passende Ersatzschraube geben. Leider hat das nicht viel besser funktioniert, und der Sattel konnte sich immer noch drehen und senkte sich dann auch während der Fahrt ab. Mit einer neuen passenden Sattelstützenklemme, die ich in einem Sportladen kaufte, konnte das Problem behoben werden. Auch der hintere Dämpfer war undicht, und ich musste ihn jeden Tag nachpumpen. Die Gabel funktionierte nicht wie sie sollte; auch hier versuchte ich mein Möglichstes, um das Ansprechverhalten zu verbessern, was mir etwas gelang, aber nicht perfekt. Der hintere Reifen verlor im Laufe der Reise zunehmend mehr Luft; auch hier musste ich ständig nachpumpen und war kurz davor, einen Schlauch zu montieren. Ich vermute, dass die Tubless-Reifen montiert sind, die Dichtmilch aber eingetrocknet ist. Auch die Schaltung bereitete zunehmend Mühe in den mittleren Gängen; es schien, als ob ein Zahnkranz verbogen wäre. Ich war froh, das Bike wieder abgeben zu können und dass es bis zum Ende der Woche durchgehalten hat.

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Mietbike

Fazit

Es war eine schöne Erkundungsreise mit vielen tollen Eindrücken und zahlreichen Touren, die ich entdecken konnte – mit ein paar Hochs, aber auch Tiefs. Ich bin überzeugt, dass ich mit diesen gewonnenen Erkenntnissen eine sehr gute Reise zusammenstellen kann. Es wird keine Reise sein, bei der alle problemlos den Berg hochfahren können, aber es muss niemand sein E-Bike tragen. Vieles ist mit der Schiebehilfe gut machbar, und an zwei bis drei Stellen müssen wir die Bikes ein paar wenige Meter hochzerren – aber das geht mit einem guten Team problemlos. Die Reko-Tour hat mir gezeigt, dass Norwegen und die Lyngen-Region mit E-Bikes ein völlig neues Erlebnis bieten. Strecken und Höhenmeter, die mit einem normalen Bike nur schwer oder gar nicht erreichbar wären, werden plötzlich zu einem erlebbaren Abenteuer für eine breitere Gruppe von Bikerinnen und Bikern. Ich freue mich sehr darauf, diese Erfahrungen und Erkenntnisse nächstes Jahr mit den Gästen umsetzen zu können und mit der E-Bike-Tour ein komplett neues Reiseformat für Bike-Adventure-Tours anzubieten, dass die bisherigen Bio Bike-Touren ideal ergänzt. Die Lyngen-Region hat das Potenzial, Gäste auf eine unvergessliche Art und Weise zu begeistern – und ich bin gespannt, diese Touren gemeinsam mit ihnen zu erleben.

Reko Norwegen Michi Theiler 2026
Fjorde, Bergseen und weite Landschaften prägen diese Reise

Reisebericht-Autor: Unser Bikeguide und Trailliebhaber Michi Theiler

Infos zum Reisebericht

Geschrieben von: Michi Theiler

Fotograf: Michi Theiler
Reisejahr: 2026

Infos zur Reise

Bildbeschreibung

Norwegen – Eine Mountainbikereise zur Mitternachtssonne