Publikation: Januar 2026
Tipps für mehr Energie auf Bikereisen – was wirklich hilft!
Ein Interview mit unserem erfahrenen Bikeguide Roger Winiger. Er verrät dir seine Tricks für eine gute Vorbereitung und optimale Verpflegung auf anstrengenden Bikereisen.

Roger du machst bei uns und auch Privat eher anspruchsvollere Touren, wie bereitest du dich jeweils vor und woher kommt die Energie?
Für mich persönlich entsteht primär ganz viel Energie schlicht durch die Freude am Biken, spannende Gegenden und Kulturen zu entdecken und mit Gleichgesinnten zusammen unterwegs zu sein.
Das klingt effizient, wie bereitest du dich körperlich jeweils auf diese Bikereisen vor?
Gerne teile ich meine persönlichen Erfahrungen, welche bei mir gut funktionieren. Im Wissen, dass jeder Mensch und Körper ganz individuell funktioniert. Meine konstante Grundkondition kommt bei mir aus meinem Alltag. Ich mache grundsätzlich fast alles mit dem Velo. So komme ich pro Tag im Schnitt auf gut 20 km und verfüge so immer über eine gute Basis und bleibe in Form.
Und was machst du im Winter?
Natürlich auch Velofahren… Tatsächlich fahre ich das ganze Jahr, bei jedem Wetter Velo, ausser wenn Salz auf den Strassen liegt, weil dies den Velos sehr schadet. Was sich übrigens auch positiv auf meine Grundkondition auswirkt, sind die wöchentlichen Chorproben und div. anderen Sportarten, welche ich gerne je nach Wetter geniesse. A propos, gerade im Winter ist das Tessin für’s Winterbiken sehr zu empfehlen. Mit sehr angenehmen Temperaturen an den Südhängen und der Schnee liegt in der Regel eher hoch und wenn dann nicht für lange. Snowbiken bis zu einer gewissen Schneehöhe funktioniert übrigens erstaunlich gut und verfeinert die eigene Bike-Technik.

Energie entsteht auch aus Nahrung, wie sieht es da aus? Wie verpflegst du dich unterwegs, damit du deine Reisen gut über die Runden bringst?
Bei mir persönlich beginnt das jeweils bereits am Vortag, wenn ich weiss, morgen geht’s auf eine Biketour, setzt bei mir ein natürlicher Zusatz-Appetit ein. So esse ich bereits am Vorabend mehr als normal und die Energie steht mir am Morgen bereits verdaut zur Verfügung, bevor es losgeht.
Ein gutes z’Morgen braucht’s natürlich trotzdem. Da bewährt sich aus meiner Sicht Porridge sehr gut. Dies kann man auf verschiedene Arten zubereiten und je nach Vorlieben anreichern mit z.B. Datteln, Nüssen, Salz, Honig, usw. Dies gibt einen sehr guten Boden und eine gute Power, welche weit reicht. Eierspeisen und Rösti geben ebenfalls eine super Start-Energie.
Wie sieht’s unterwegs auf der Tour aus?
Das Gute an unseren Veloreisen ist, da wir uns viel bewegen, müssen und dürfen wir kulinarisch zuschlagen… Da tauchen wir jeweils in die lokale Kulinarik und regionalen Spezialitäten ein und schlemmen uns durch die Menukarten. Unterwegs bewähren sich Äpfel, Bananen, Datteln, Nüsse sehr gut und mein persönlicher Favorit ist schwarze Ovo-Schoggi. Aber auch Alpkäse funktioniert sehr gut. Ich persönlich schaue oft bei den Alpen kurz vorbei, ob sie Alpkäse verkaufen. Meistens bekommt man auch etwas zum Trinken (alkoholfreies Bier oder Most bewähren sich).

Was sind so lokale Spezialitäten?
Je nachdem wo wir unterwegs sind, z.B. in Marokko sind es Datteln, kleine Bananen, Zitrusfrüchte oder Berber Cookies, die sich sehr gut bewähren. In Schottland gibt es viele feine homemade Kuchen, wie auch in Slowenien. Auf den Azoren gibt es die berühmten Pastéis de nata, sogar in verschiedenen Varianten und auch anderes kreatives Gebäck.
Wie sieht’s mit den Getränken aus?
Wenn wir auf der Tour sind, ist das Wichtigste, «eins über den Durst zu trinken». Das heisst, bevor du eigentlich Durst hast, bereits etwas trinken und den Tank laufend präventiv füllen. Isotonische Getränke sind sehr wertvoll, deshalb haben wir meistens auch in Pulverform davon dabei. In Marokko ist es eher ein frischer Minzentee, in Slowenien ein Radler. In Schottland ist es vielleicht mal gegen den Schluss ein «half and half». Was das genau ist, verrate ich hier nicht. Wen es interessiert, kommt am besten mal mit. Und was auch super funktioniert ist direkt vom Brunnen bei uns in den Alpen unser wunderbar, frisches, klares Bergquell-Wasser.

Hast du weitere Energie-Tipps?
Neben der Ernährung bewährt sich auch, sich ab und zu mal ein «Bädli» in einem klaren Bergsee oder in einem Fluss oder im Meer zu gönnen. Das gibt wieder gute Power, ermöglicht ein Reset, andere Bewegungen und ein natürliches Abkühlen der Muskeln. Der Effekt ist jeweils erstaunlich für Körper und Kopf. Und auch nicht zu unterschätzen ist ein kurzes Siesta/Powernap nach dem Essen. Dies liegt auf unseren Reisen praktisch immer drin und gibt auch wieder gute Power, um eine Tour auch wirklich zu geniessen.
Und hast du noch einen letzten Tipp?
Last but not least, immer gut auf den eigenen Bauch hören. Der gibt den richtigen Pace/ Rhythmus vor. Ein idealer Pace ist eine Geschwindigkeit, die für dich stimmt und du aufrechterhalten kannst, egal wie lange die Tour dauert. Das Bauchgefühl bitte auch beim Downhill beherzigen. Auch da ergibt sich die genau richtige Geschwindigkeit, die passt damit du dein Bike im Griff hast. Für mich ist das Bauchgefühl wie eine innere Alarmanlage, die mehr wahrnimmt als mein Kopf.
Ich hoffe der eine oder andere Tipp hilft dir persönlich, damit das Biken noch mehr Spass macht!
Happy trails und vielleicht bis bald auf einer unseren Touren!
Wir bedanken uns herzlich bei Roger für das ausführliche Interview und seine hilfreichen Tipps zur optimalen Verpflegung und Kraftquellen während Biketouren.









