Publikation: Mai 2026
Gravelbiken – Tipps aus erster Hand.
Trend oder Lebensstil?
Gravelbiken ist längst mehr als nur eine vorübergehende Entwicklung. Dahinter steckt ein Lebensstil, der vom Wunsch geprägt ist, der Natur näherzukommen, zur Ruhe zu finden und neue Abenteuer zu erleben. Abseits von Verkehr und Hektik eröffnet sich auf Schotterwegen, Waldpfaden und ruhigen Nebenstrassen eine völlig neue Art des Radfahrens – vielseitig, bewusst und intensiv.
3 Top Tipps für Gravel-Einsteiger
Tipp 1: Mit dem Gravelbike ins Gelände?
Wenn du im Gelände fahren willst, dann ist eine gute Übersetzung wichtig. Ich empfehle eine MTB-Übersetzung 1×12 mit 10-51 Ritzeln auf der Kassette hinten.
Tipp 2: Welches ist der ideale Gravellenker?
Teste am besten verschiedene Lenker aus. Die Gravellenker sind keine Rennradlenker, sondern im unteren Griff-Bereich nach aussen gerichtet für mehr Kontrolle. Die Griffposition ist aber gewöhnungsbedürftig. Im etwas fortgeschrittenen Alter habe ich mich für eine aufrechtere, komfortablere, dafür weniger sportliche Position entschieden und einen Flat Bar montiert (also einen geraden Lenker wie am Mountainbike). Der ist breiter (60cm) und erhöht die Kontrolle auf Schotter deutlich.
Tipp 3: Asphalt, Schotter oder Trails?
Meine Lieblings-Gravel-Strecken
- Untersiggenthal – Unterentfelden (mein Arbeitsweg)
- Route des ZüriEscape, sehr schöne Strecke und viel Gravel mit einigen einfachen Trails
Meine Tipps für deinen erfolgreichen Gravelbike-Start
Tipp 1: Alubike
Für Einsteiger:innen empfehle ich ein Alubike. Wenn du auf grosse Touren gehen willst, alles Gepäck dabei haben und unabhängig sein möchtest. Denn sollte es blöd gehen, hast du mit einem Karbonrahmen schneller einen Riss und bist dann wirklich ‚lost‘! Der Alurahmen steckt viel mehr ein, bevor er unbrauchbar wird.
Tipp 2: Muskelkraft statt Strom
Wähle eine mechanische Übersetzung, denn nicht immer und überall hast du die Möglichkeit die Batterie zu laden.
Tipp 3: Gravelschuhe
Ich rate gute Gravelschuhe (mit Klick) zu kaufen, denn es wird unter Umständen schon Passagen geben, die zu Fuss gegangen werden müssen und da hast du mit Rennveloschuhen keinen guten Halt.
Meine Lieblings-Strecke
Ganz gerne fahre ich auf einem Tobelweg aus Zürich raus auf den Pfannenstil – je nach Tageszeit kann man den Fussgänger gut ausweichen – und wenn ich mich am Schluss noch etwas auspowern will, zische ich runter auf die Seestrasse und ‚gümmele‘ in die Stadt zurück. Die Rennvelofahrer haben es jedoch nicht gerne, wenn sie von einem Gravelbike überholt werden… aber gerade das entlockt mir ein Schmunzeln 😉
Andi Schnelli’s Meinung zum Gravelbike
Warum Gravelbike?
Der Reiz am Graveln liegt in der Kombination von Rennvelofahren und biken. Du fährst schnell und weite Strecken, bist aber nicht an den Asphalt gebunden.
Meine Lieblings-Tour
Die Graveltour im Alentejo in Portugal ist mein absoluter Favorit.
Was gehört zur Ausrüstung?
Ideal ist wie beim Rennvelo eine kleine Satteltasche oder eine Oberrohrtasche. Für längere Strecken ein kleiner Tagesrucksach mit Camelbak.
Wenn ich mich entscheiden müsste.
Wenn ich nur ein Bike hätte, wäre das Gravelbike, das ideale Velo für alles.
Nicht alle sind dem Gravelbike verfallen
Ich liebe auf meinen Ausfahrten/Reisen alle Freiheiten zu haben, egal wie sich der Weg entwickelt und darum funktioniert dies für mich am besten mit einem Mountainbike.
Ich finde die Sitzposition gar nicht bequem- nicht sehr nackenfreundlich. Und mir gefallen das gemächliche Tempo, Strecken, Landschaften von MTB besser 🙂
Ich verstehe den Reiz von Gravelbikes sehr gut. Sie sind leicht, schnell, vielseitig und oft wunderschön anzuschauen. Für viele Radfahrer die im Flow des Fahrtwindes unterwegs sind die perfekte Verbindung zwischen Rennvelo und Mountainbike.
Und trotzdem fahre ich keines.
Mit dem Mountainbike fühle ich mich freier. Ein steiler Karrenweg, ein verregneter Pfad, grobe Steine, ein abgelegener Pass, das Bike etwas tragen und dann über schöne technische Trails hinunterfahren. Das ist momentan mein » Fahrtwind». Vielleicht kommt irgendwann doch noch ein Gravelbike. Aber im Moment passt das andere besser.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rennvelo und einem Gravelbike?
Reifen
Gravelreifen sind im Vergleich zu Rennradreifen breiter (ca. 30-50mm) und speziell für Schotterwege und unbefestigten Strassen entwickelt worden, sie haben eine etwas profiliertere Oberfläche.
Lenker
Ein Gravelbike-Lenker sieht auf den ersten Blick einem Rennvelolenker sehr ähnlich. Für ein besseres Handling abseits von Strassen ist er jedoch meist etwas breiter und die Drops sind leicht nach aussen gebeugt.
Rahmen
Bei Gravelbikes verfügt über einen etwas robusteren Rahmen, der auch auf unebenem Terrain gute Stabilität bietet. Die Sitzposition ist für mehr Komfort etwas aufrechter als beim Rennvelo.




















